EINLEITUNG

VERDUN - Chris Dreier und Andreas Seltzer

Verdun ist zum Synonym für eine Kriegsführung geworden, die auf Zermürbungstaktik und Ausbluten setzte und Hundertausende von Soldaten in den Tod trieb. Dass die Schlachtfelder
von einst, deren Friedhöfe die Zentren der Grabenkämpfe markieren, nun von einer dünnen Vegetationsschicht bedeckt sind, mildert ihren Schrecken nicht. Sie wirken als Verkleidung, in der sich die Schrecken des Krieges verbergen. Den Besuchern der ehemaligen Kriegsschauplätze geben sie noch heute das Gefühl, jederzeit Opfer werden zu können.

Chris Dreiers Lochkamerafotografien und Andreas Seltzers Zeichnungen bilden Terrainsondierungen, die diesen verdeckten Schrecken Ausdruck zu geben suchen.

Andreas Seltzer

Once you have seen these graves by the roadside going east you will hardly go a mile in two hundred which has not its graves. From the environs of Meaux, a scant twenty miles from Paris, to the frontier at the Seine, beyond Nancy, there are graves and more graves, now scattered, now crowded together where men fought hand to hand. Passing them in a swift-moving auto, they seem to march by you; there is the illusion of an arrow advancing on the hillside, until at last, beyond Nancy, where the fighting was so terrible, about little villages such as Corbessaux, you come to the great common graves, where a hundred or two hundred men have been gathered, where the trenches now levelled are but long graves, and you read, "Here rest 179 French soldiers," or across the road, "Here 196 Germans."

Frank H. Simonds - 'General Pétain Face to Face', History of the World War, Published for the Review of Reviews 1917 - 1920

"Drei Tage lang lagen wir in den Granatlöchern, dem Tod ins Auge sehend, ihn jeden Augenblick erwartend. Dazu kein Tropfen Wasser und der entsetzliche Leichengestank. Die eine Granate begräbt die Toten, die andere reißt sie wieder heraus. Will man sich eingraben, kommt man gleich auf Tote. Ich hatte eine Gruppe, doch gebetet hat jeder für sich. Das Schlimmste ist das Ablösen, das Rein und Raus. Durch das ständige Sperrfeuer. Hinzu gings durchs Fort Douaumont, so was habe ich noch nie gesehen. Hier liegt alles voll schwer Verwundeter und riecht nach Toten ..... Dazu liegt es ebenfalls ständig unter Feuer. Wir hatten ungefähr 40 Tote und Verwundete...Das war noch wenig für eine Kompanie, wie man hörte. Alle sahen bleich und verzehrt aus. Ich will Euch nicht noch mehr Elend erzählen. Es mag genug sein. Seid herzlichst gegrüßt und geküßt und Gott befohlen von Eurem dankbaren Sohn und Bruder Karl."

Brief des Gefreiten Karl Fritz an seine Eltern, August 1916

Le bois de Fleury se distingue mal, les arbres sont réduits à l'état de moignons informes quand ils ne sont pas abattus. En plein mois de juillet, il n'y a plus de feuilles et encore moins d'herbe sur le sol converti et un océan de trous d'obus. La fameuse lisière 1578 - 1777 n'existe plus que sur les cartes sur lesquelles travaillent les États-Majors.

GÉNÉRAL MICHEL - LA BATAILLE DE LA DERNIÈRE CHANCE ALLEMANDE, FLEURY DEVANT DOUAUMONT JUILLET 1916